Ausmisten.

Sobald man den ersten Schritt Richtung Minimalismus gewagt hat, geht es in der Regel ans Ausmisten.

Jeder Mensch hat schonmal ausgemistet. Der Prozess, den wir beim ausmisten durchleben ist immer wieder faszinierend für mich.

Kennst du das Phänomen? Du bist richtig on-fire! Willst nun endlich mal Platz in deinem überfüllten Kleiderschrank schaffen und bist voller Tatendrang. Du öffnest die Tür des Kleiderschranks und auf einmal überkommt dich ein Gefühl des Unbehagens. Du nimmst das erste Teil heraus. Ein rotes T-shirt. Es fühlt sich ganz schön weich an. Wann hattest du das denn das letzte Mal an? Du erinnerst dich nicht. Aber.. es ist SO weich. Woher hast du das denn? Was hat das wohl mal gekostet? Du suchst verzweifelt nach Anlässen wo du es in Zukunft tragen kannst. Du stellst dir vor, du bist im Urlaub und hast dieses Shirt dabei trägst es an der Strandbar mit einem lässigen Cocktail in der Hand und jeder denkt sich „Wow! Das sieht aber gut aus.“ – diese Gedanken sind alle absolut berechtigt. Aber leider ebenso völliger Unsinn.

Rational betrachtet handelt es sich einfach um ein altes, rotes Shirt. Du trägst es nicht mehr, du erinnerst dich noch nicht einmal wann du es das letzte Mal getragen hast. Fakt ist: es kann weg. Warum bist du nicht in der Lage das in diesem Moment so zu betrachten? Warum hängst du so daran obwohl die Ratio sagt es ist Unsinn?

Genau hier sind wir im Kern des Minimalismus angekommen. Minimalismus ist mehr als „ein bisschen ausmisten“ es ist SO viel mehr. Es geht in die Tiefe. Es geht an die Psyche. Du wirst gezwungen dich mit dir selbst auseinander zusetzen. Und das ist das Schöne daran! Du lernst dich selbst auf eine ganz neue Art und Weise kennen. Und irgendwann, wenn du dich selbst besser kennen gelernt hast und die Barrieren die dich Anfangs blockieren überwunden hast, dann wird dir das bisschen ausmisten nichts mehr ausmachen.

Ich möchte hier noch 3 Tipps mit dir teilen, die mir am Anfang sehr geholfen haben:

Tipp Nr. 1

Such dir einen Tag aus, an dem du ausgeglichen und gut drauf bist. 

Wenn du gerade miese Stimmung hast oder es dir sonst in irgendeiner Form schlecht geht, ist nicht der beste Tag für so eine Aktion. Du benötigst Ruhe und Gelassenheit. Verlustängste und Frust haben bei deiner Party nichts verloren!

 

Tipp Nr. 2

Teile dein Vorhaben in verschiedene Bereiche auf.

Ich weiss.. am Anfang will man alles auf einmal. Man will am liebsten sofort eine leere Wohnung, die immer aufgeräumt ist und wo es nur so blitzt und blinkt. Das geht nun nicht von heute auf morgen. Deswegen teile dein Vorhaben in verschiedene Bereiche auf. Widme dich zum Beispiel jedes Wochenende einem Zimmer. Oder aber du teilst es in noch kleinere Portionen und nimmst dir jeden Tag 20 min. Zeit um z.B. eine Schublade auszumisten.

Tipp Nr. 3

Hab Spass dabei!

Wie schon oben geschrieben.. es ist DEINE Party. Du darfst ruhig Spass dabei haben. Wenn du mit mehreren Menschen zusammenlebst, macht doch ein Event draus. Bestellt euch Pizza und geht die Sache mit einem fetten Grinsen im Gesicht an. Damit lässt es sich viel leichter aussortieren. Wenn du alleine lebst, kannst du dir auch ein paar Freunde dazu einladen. Aber Vorsicht: passe auf, dass dir niemand rein redet. Die Freundin die immer sagt „das kann man bestimmt nochmal brauchen“ ist bei dieser Aktion Fehl am Platz.

 

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Hast du vielleicht noch einen wertvollen Tipp, den du gern teilen möchtest?

Ich freue mich über deinen Kommentar.

 

Deine Lara

 

 

 

Faszination Minimalismus.

…und was Minimalismus für mich bedeutet.

Vor einigen Jahren kam ich durch den einfachen Wunsch, mein Leben nachhaltig zu verändern und einen einfacheren, schöneren Lebensstil zu pflegen zum Minimalismus. Ich kam aus einer ungesunden Beziehung und hatte endlich den Absprung geschafft. In mir tat sich eine Leere auf, die man nur nachempfinden kann, wenn man sie selbst gefühlt hat.

Ich wusste nicht wie ich damit umgehen soll. Ich verschlang etliche Ratgeber und Bücher über Lebenssinn und dergleichen. Bis ich schlussendlich dazu kam, dass der einzige Mensch, der diese Leere füllen kann, ich bin.

Mein Leben war vollgestopft mit Dingen die ich nicht mag, die paradoxerweise trotz der materiellen Fülle eine noch größere Leere in mir hervor riefen als ich ohnehin schon verspürte.

Es war ein monatelanger Prozess, der dazu führte, dass ich ausmistete. Radikal. Ungehalten. Voller Energie. Besonders die Energie war es, die mich beeindruckte. Ich merkte mit jedem „Ding“ was ich aussortierte, dass ich mich leichter und besser fühlte.

Ich las daraufhin unzählige Blogs und sonstige Beiträge zum Thema, schaute YouTube Videos und habe bestimmt schon 25 komplett fremden Menschen dabei zugesehen, wie sie ihren Kleiderschrankinhalt auf ihrem Bett verteilen. – hach ich liebe das Online Zeitalter!  Und das kurioseste war: ich konnte nicht genug Input bekommen. Ich wurde einfach nicht müde mir Dinge dieser Art anzusehen.

Was mich beim Studium der unterschiedlichen Kanäle auch fasziniert hat, war die Fülle an unterschiedlichen Menschentypen. Unterschiedlichen Leben, die doch eines gemeinsam haben – die Liebe zu weniger.

Sei es der Aussteiger, der im Wald lebt und sich weigert Geld als Zahlungsmittel anzunehmen und zu verwenden. Oder das hübsche Girlie mit einem opulenten Schminkzimmer und 468 verschiedenen Lidschatten, die drei davon schweren Herzens aussortiert und sich selbst als Minimalistin bezeichnet. Irgendwo zwischen diesen beiden habe ich mich angesiedelt. Genau da wo ich mich wohl fühle. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Genau richtig – für mich. Und diese Anzahl oder dieses Pensum muss jeder für dich selbst heraus finden zu jeder Zeit und in jeder Lebensphase neu. Das ist ein Stück Arbeit und kann durchaus auch weh tun. Man lernt sich selbst auf eine ganz neue Art und Weise kennen. Man konfrontiert sich mit Leere. In dieser vollen Welt kennen wir das kaum.

Die oben genannte Vielfalt und individuelle Freiheit ist meine Faszination des Minimalismus. Und da du dich hier auf diesem Blog rumtreibst, ist es wohl auch was für dich? 😉

 

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Wunderschöne, minimalistische Architektur beim Vitra Museum in der schönen Schweiz.

 

Ich.

Ach ist das schön! Eine leere Seite. Etwas neues. Etwas aufregendes. Mein erster Blog. Mein eigenes Ding. Wow.

Herzlich Willkommen auf meinem Blog. Hier soll es um Themen rund um Minimalismus gehen. Da dies ja mein erster Beitrag ist, möchte ich mich dir kurz vorstellen wenn du erlaubst. 🙂 Mein Name ist Lara, ich bin 27 Jahre alt und betreibe seit rund 3 Jahren Minimalismus. Was das genau für mich bedeutet und warum ich das mache, und auch was mich dazu bewogen hat einen Blog darüber zu starten, wirst du in meinen nächsten Beiträgen sehen. Da das Thema Minimalismus so viele artverwandte Bereiche hat, und auf soviele Bereiche des Lebens (wenn nicht sogar auf alle) Einfluss nimmt, werden mir sicher so schnell die Themen nicht ausgehen. Ich habe schon ein paar interessante auf der Liste und möchte auf diese nach und nach eingehen. Bist du dabei?… Ja?…. Super! Das freut mich!

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